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Bundesamt für Stahlenschutz

Asse II (Link zur Startseite)

Stabilisierungsmaßnahmen

Zeitgewinn für die Stilllegung

Datum
09.04.2010

Wegen der gebirgsmechanischen Rahmenbedingungen und zur Vorsorge gegen verstärkte Lösungszutritte – die im Extremfall nicht mehr beherrschbar sein könnten - müssen auf der Schachtanlage Asse II umfangreiche Maßnahmen durchgeführt werden, um das Grubengebäude zu stabilisieren. Der wissenschaftlich belastbare Zeitraum zur Prognose der Resttragfähigkeit der Asse erstreckt sich bis zum Jahr 2020.
Wesentliches Ziel der Maßnahmen ist es, ausreichend Zeit für eine ordnungsgemäße Stilllegung der Asse zu erhalten. Dazu gehören die so genannte Firstspaltverfüllung sowie kurzfristigere Maßnahmen wie die Sicherung der Abfälle und die Verstärkung der Verschlüsse von Einlagerungskammern.

Firstspaltverfüllung

Die Hohlräume in den ehemaligen Abbaukammern der Südflanke wurden bereits früher mit losem Versatzmaterial aufgefüllt. Dieses hat sich mittlerweile gesetzt, so dass an den Decken der Kammern neue Hohlräume entstanden sind. Diese sogenannten Firstspalte werden nun nach und nach mit Sorelbeton aufgefüllt. Dadurch soll die Verformungsrate des Grubengebäudes reduziert werden. Ziel ist es, das Risiko eines verstärkten Wasserzutritts zu verringern.

Im Dezember 2009 wurde in Kammer 6 auf der 532-Meter-Sohle mit der Firstspaltverfüllung begonnen. Zuvor wurde die oberhalb der Kammern gelegene Begleitstrecke auf der 511-Meter-Sohle verbreitert, um eine mobile Baustoffanlage zu platzieren. Dort wurde das oberirdisch aufbereitete Salzmaterial (Steinsalz und das Bindemittel Magnesiumoxid) mit der Anmachflüssigkeit (Magnesiumchloridlösung) gemischt und über Rohrleitungen in die Kammer gepumpt.

Insgesamt sollen die Firtsspalte von etwa 80 Kammern mit Sorelbeton verfüllt werden. Dieser Prozess ist aufwendig, da zahlreiche Vor- und Begleitarbeiten erforderlich sind. Die Firstspaltverfüllung wird mindestens bis 2011 andauern. Das Salz für den Sorelbeton stammt aus dem Salzbergwerk Grasleben bei Helmstedt und wird mit der Bahn zur Schachtanlage transportiert. Weitere Baustoffe, beispielsweise Magnesiumoxid, werden per LKW angeliefert.

Verfüllung des Tiefenaufschlusses

Ein Teil der Hohlräume unterhalb 850 Meter wurde bereits in der Vergangenheit mit Salzgrus und Magnesiumchloridlösung verfüllt. In die noch offenen Hohlräume soll nun Sorelbeton gepumpt werden. Zur Anmischung dieses Betons sollen Zutrittswässer eingesetzt werden, die nicht an andere Bergwerke abgegeben werden können. Erste Verfüllarbeiten haben bereits begonnnen. Aufgrund des Zeitdrucks, unter dem die Stabilisierung durchgeführt werden muss, können neue Verfahren nicht durch vorgeschaltete, zeitaufwändige Versuchsreihen erprobt werden. Die technische Herausforderung besteht darin, die optimalen Mischverhältnisse von Beton und Salzwasser zu ermitteln.

Abdecken von Fässern mit Salzgrus

Die Einlagerungskammer 7 auf 725 Meter war bis 2008 noch Station einzelner Besucherführungen und blieb bis Mai 2009 unverschlossen. Risse weisen daraufhin, dass sich jederzeit Gesteinsbrocken aus der Decke lösen und die Fässer beschädigen können. Als erste Sicherungsmaßnahme wurden diese mit einer Schicht aus Salzgrus geschützt.

Verstärken der Kammerverschlüsse

Die Verschlüsse der Einlagerungskammern 4 und 5 auf der 750-Meter-Sohle wurden mit Beton verstärkt. Mikroseismische Messungen hatten angezeigt, dass sich dort größere Mengen Salz aus der Decke lösen könnten. Der zusätzliche Betonverschluss soll verhindern, dass durch die Druckwelle, die bei einem solchen Löserfall entsteht, Radioaktivität ins Grubengebäude gelangen kann.

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