Die radioaktiven Abfälle in der Asse II
Was liegt im Bergwerk und woher kommt es?
- Datum
- 22.06.2009
In der Zeit von 1967-1978 wurden nach Angaben des ehemaligen Betreibers 125.787 Fässer mit schwach- und mittelradioaktiven Abfällen in der Asse II eingelagert (124.494 Fässer mit schwachradioaktiven und 1.293 Fässer mit mittelradioaktiven Abfällen). Die schwachradioaktiven Abfälle lagern in zwölf Abbaukammern in bis zu 750 Metern Tiefe, die mittelradioaktiven Abfälle in einer Kammer auf der 511-Meter-Sohle.
Die Abfälle stammen aus dem Betrieb, der Stilllegung und dem Abbau kerntechnischer Einrichtungen sowie in geringen Mengen aus der Verwendung von radioaktiven Stoffen in Forschung, Industrie und Medizin. Typische Abfälle sind Filter, Schrott, Flüssigkeiten, Schlämme oder Mischabfälle.
Woher die radioaktiven Abfälle in der Asse II kommen
Der weitaus größte Teil der rund 45.000 Kubikmeter der radioaktiven Abfälle stammt aus den Anlagen der heutigen Kernkraftwerksbetreiber E.on, Vattenfall Europe, RWE und EnBW. Die Gesamtaktivität betrug Anfang 2008 etwa 2.700.000 Gigabecquerel (ein Gigabecquerel ist eine Milliarde Becquerel).
Anhand von Unterlagen kann in etwa nachvollzogen werden, wie viele Fässer zwischen 1967 und 1978 aus den Atomkraftwerken, aber auch aus anderen Einrichtungen wie medizinisch-biologischen Laboratorien oder der Bundeswehr in die Asse geliefert wurden.
Neben der direkten Lieferung an die Asse II gelangten auch große Mengen radioaktiver Abfälle aus Atomkraftwerken über das Kernforschungszentrum Karlsruhe in die Asse II. Die dortige Wiederaufarbeitungsanlage, die als Pilotanlage für die geplante kommerzielle Wiederaufarbeitungsanlage Wackersdorf diente, nahm von den deutschen Kraftwerken abgebrannte Brennelemente an. Nimmt man den direkten und indirekten Weg zusammen, ergibt sich, dass ca. 86 Prozent der angelieferten Aktivität und ca. 67 Prozent aller Fässer in der Asse II aus den Anlagen der heutigen Kernkraftwerksbetreiber stammen. Es ist allerdings nicht möglich, das heutige radioaktive Inventar einem bestimmten Anlieferer zuzuordnen, da die verschiedenen Radionuklide unterschiedlich schnell zerfallen.



