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BfS berichtet über Notfallplanung

Mehr als 100 Bürgerinnen und Bürger bei Infoveranstaltung in Remlingen

Datum
27.04.2010 19:00 Uhr
Ort
Remlingen

Michael Hoffmann (BfS) erläuterte interessierten Bürgerinnen und Bürgern die Notfallplanung des BfS für die Schachtanlage Asse IIMichael Hoffmann (BfS) erläuterte die Notfallplanung des BfS für die Schachtanlage Asse II

Was genau ist eigentlich ein Notfall und was passiert dann in der Schachtanlage Asse II? Michael Hoffmann, amtierender Fachbereichsleiter „Sicherheit nuklearer Entsorgung“ im Bundesamt für Strahlenschutz (BfS), erklärt es mit einfachen Worten so: „Ein Notfall liegt vor, wenn mehr Wasser ins Bergwerk hinein fließt, als herausgepumpt werden kann.“ In diesem Fall kann der geordnete Betrieb des Bergwerks nicht mehr fortgeführt werden.

BfS hat Notfallplanung vorgelegt

Mehr als 100 Bürgerinnen und Bürger waren am 27. April 2010 zu der Informationsveranstaltung des BfS in das Dorfgemeinschaftshaus nach Remlingen gekommen. „Das BfS hat die Notfallplanung vorgelegt. Diese wird laufend fortgeschrieben“, sagte Hoffmann.

Bereits heute arbeitet das BfS daran, die Auswirkungen eines Notfalls zu begrenzen. Zum Beispiel werden in mehr als 80 Kammern, in denen kein Atommüll lagert, vorsorglich die Spalten zwischen Salzaufschüttung und Decke mit Beton ausgegossen. Zusätzlich werden auch Gänge im Schacht zubetoniert. Dadurch wird das Bergwerk stabilisiert. Für den Fall, dass dennoch größere Wassermengen in die Asse fließen, sind Notfalllager eingerichtet worden, die Notfallspeicher wurden erweitert und das Lösungsmanagement verbessert. So wurde vertraglich geregelt, dass bis zu 500 Kubikmeter Zutrittswässer pro Tag aus der Asse abgegeben werden können. Außerdem ist vorgesehen, auf der 800-Meter-Ebene ganz unten im Bergwerk vier neue Speicher mit je 1.400 Kubikmeter Fassungsvolumen einzurichten.

Graphische Darstellung der Komponenten der NotfallplanungKomponenten der Notfallplanung

Notfallplanung wird laufend fortgeschrieben

Zur Vorsorge werden zudem einige Gänge rund um die Einlagerungskammern mit Hilfe von massiven Betonbauwerken zugemauert (sogenannte Strömungsbarrieren). Wenn erkennbar ist, dass der Wasserzutritt nicht mehr beherrschbar ist, werden die Einlagerungskammern selbst verfüllt. Danach werden die Schächte mit speziellen Dichtelementen aus Sorelbeton und Bitumen abgedichtet. Erst dann ist vorgesehen, die noch vorhandenen Hohlräume des Bergwerks mit einer Speziallösung zu fluten. Diese Speziallösung verhindert, dass sich die Salzgesteine auflösen. Anderenfalls wären die Zustände in der Asse nicht mehr kontrollierbar.

Ein genauer Zeitpunkt, der den Eintritt eines Notfalls definiert, kann nicht benannt werden. In der Fragerunde stellten Hoffmann und Ranft klar, dass im Falle des Falles der Betreiber in enger Abstimmung mit der Aufsicht in Land und Bund über den Notfall entscheiden müsse. Mit der Übernahme der Asse als Betreiber im Jahr 2009 habe das BfS damit begonnen, die atomrechtliche Notfallplanung vorzubereiten, die es bis dahin nicht gegeben habe. Bereits im Sommer 2009 hatte das BfS der Öffentlichkeit erstmals die Konzeption der Notfallplanungen für die Schachtanlage Asse II präsentiert. Diese Überlegungen wurden seither kontinuierlich weiterentwickelt. Ende Februar 2010 hatte das BfS seine konkrete Notfallplanung wie zugesagt fertiggestellt.


Adresse

Dorfgemeinschaftshaus Remlingen
Asseweg 20
38319 Remlingen

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