Stilllegungsplanung
- Datum
- 27.11.2012
Oberstes Ziel bei der Stilllegung der Asse ist die langfristige Sicherheit von Mensch und Umwelt. Das Bundesamt für Strahlenschutz (BfS) muss als Betreiber der Asse den Nachweis führen, dass bei der gewählten Stilllegungsoption auch langfristig keine Gefahr für Mensch und Umwelt in der Region besteht. Dies ist nach dem derzeitigen Kenntnisstand nur durch die Rückholung der Abfälle aus der Asse möglich.
Bei der Rückholung werden die radioaktiven Abfälle aus der Asse wieder nach über Tage gebracht (rückgeholt). Dafür müssen die Fässer zunächst aus den Kammern geborgen und für den Transport nach über Tage verpackt werden. Der Transport der Abfälle erfolgt über den Schacht.
Über Tage gelangen die Abfälle zunächst in ein Pufferlager und werden dann in einer Konditionierungsanlage nachbehandelt (nachqualifiziert), für die spätere Endlagerung verpackt und anschließend zwischengelagert. Bis zum Abtransport in ein Zielendlager verbleiben die Abfälle in dem Zwischenlager.
Aktuelle Arbeiten
Die derzeitigen Arbeiten für die Rückholung gliedern sich in zwei Bereiche:
- Probephase (Faktenerhebung)
- Planungsarbeiten für die Rückholung
Die Probephase (Faktenerhebung) ist der erste Schritt im Rahmen der Gesamtaufgabe „Rückholung der radioaktiven Abfälle“. Üblicherweise würden sich erst hieran die Planungsarbeiten für die Rückholung anschließen. Beide Stränge müssen jedoch parallel bearbeitet werden. Der Zustand und die unbekannte zeitliche Entwicklung des Grubengebäudes (Wasserzutritt, Verformung) macht dieses Vorgehen bei der Schließung der Asse zwingend. Eine besondere Herausforderung bei dieser Vorgehensweise ist, dass erste Planungsarbeiten schon anlaufen müssen, obwohl wesentliche Planungsgrundlagen erst im Rahmen der Faktenerhebung ermittelt werden können.
Stand der Planungsarbeiten
Die aktuellen Planungen zur Rückholung umfassen
- die Planung des Zwischenlagers,
- die Erneuerung der Schachtförderanlage,
- die Planungen für das Abteufen eines neuen Schachtes.
Damit die Rückholung auch unter den ungünstigen Standortrandbedingungen bzw. dem nicht auszuschließenden auslegungsüberschreitenden Wasserzutritt gelingen kann, müssen auch die Maßnahmen zur Vorsorge und Herstellung der Notfallbereitschaft für den Fall des unbeherrschbaren Wasserzutritts vorbereitet und umgesetzt werden. Diese Arbeiten laufen ebenfalls parallel zu Faktenerhebung und Rückholungsplanung.
Stand der Probephase
Ein Ergebnis des Optionenvergleichs war auch, dass bei der Rückholung der Abfälle noch erhebliche Unsicherheiten bestehen. Diese sollen durch eine vertiefende Erhebung von Fakten (Probephase) ausgeräumt werden. Dabei werden in einem ersten Schritt zwei Einlagerungskammern angebohrt, in einem zweiten Schritt diese geöffnet und in einem dritten Schritt erste der darin gelagerten Abfälle testweise geborgen. Anfang Juni 2012 haben die Bergleute der Asse-GmbH mit der ersten Bohrung begonnen.



