Stabilisierungsmaßnahmen
- Datum
- 03.02.2012
Wegen der gebirgsmechanischen Rahmenbedingungen und zur Vorsorge gegen verstärkte Lösungszutritte , die im Extremfall nicht mehr beherrschbar sein könnten, werden auf der Schachtanlage Asse II umfangreiche Stabilisierungsmaßnahmen durchgeführt. Durch diese Maßnahmen soll erreicht werden, dass
- sich die Verformungen des Grubengebäudes verringern und
- dadurch die Wahrscheinlichkeit, dass Lösungen verstärkt in die Schachtanlage zutreten, reduziert wird.
Der derzeit wissenschaftlich belastbare Zeitraum, für den die Resttragfähigkeit der Schachtanlage Asse prognostiziert werden kann, erstreckt sich bis zum Jahr 2020.
Durch Stabilisierungsmaßnahmen soll das Risiko reduziert werden, dass eine ordnungsgemäße Stilllegung der Asse nicht mehr möglich ist. Zu den Stabilisierungsmaßnahmen gehören die sogenannte Firstspaltverfüllung sowie weitere Maßnahmen, bei denen nicht mehr benötigte Hohlräume (Blindschächte, Strecken, usw.) in der Schachtanlage mit Beton verfüllt werden.
Firstspaltverfüllung
Die Hohlräume in den ehemaligen Abbaukammern der Südflanke wurden bereits früher mit losem Steinsalzmaterial aufgefüllt. Dieses hat sich mittlerweile gesetzt, so dass an den Decken der Kammern neue Hohlräume entstanden sind. Diese sogenannten Firstspalte werden nun nach und nach mit Sorelbeton aufgefüllt. Dadurch soll die Verformungsrate des Grubengebäudes reduziert werden. Ziel ist es, das Risiko eines verstärkten Wasserzutritts zu verringern.
Im Dezember 2009 wurde in Abbaukammer 6 auf der 532-Meter-Sohle mit der Firstspaltverfüllung begonnen. Zuvor wurde die oberhalb der Abbaukammer gelegene Begleitstrecke auf der 511-Meter-Sohle verbreitert, um eine mobile Baustoffanlage zu platzieren. In der Baustoffanlage wird das oberirdisch aufbereitete Salzmaterial (Steinsalz und das Bindemittel Magnesiumoxid) mit der Anmachflüssigkeit (Magnesiumchloridlösung) gemischt und über Rohrleitungen in die Abbaukammern gepumpt.
Insgesamt sollen die Firstspalte von etwa 90 Abbauen mit Sorelbeton verfüllt werden. Dieser Prozess ist aufwendig, da zahlreiche Vor- und Begleitarbeiten erforderlich sind, wie z. B. das Verschließen von Kammerzugängen, Befüllbohrungen und Kontrollbohrungen. Das Salz für den Sorelbeton stammt aus dem Salzbergwerk Grasleben bei Helmstedt. Das Salz und weitere Baustoffe, beispielsweise Magnesiumoxid, werden per Bahn und LKW angeliefert.
Verfüllung des Tiefenaufschlusses
Ein Teil der Hohlräume unterhalb 850 Meter wurde bereits in der Vergangenheit mit Salzgrus und Magnesiumchloridlösung verfüllt. In die noch offenen Hohlräume wird nun Sorelbeton gepumpt. Zur Anmischung dieses Betons wird ein Teil der unkontaminierten Zutrittswässer eingesetzt.



